Ratgeber · 7 Minuten Lesezeit
Wie ChatGPT und Google-KI lokale Betriebe auswählen
Von Hagjer Dervishi, VishiLabs Saarbrücken ·
„Kannst du mir einen guten Elektriker in Saarbrücken empfehlen?“ Solche Fragen stellen Menschen inzwischen nicht mehr nur Google, sondern auch ChatGPT, Perplexity oder der KI-Übersicht, die Google über den normalen Suchergebnissen anzeigt. Welche Betriebe dort genannt werden, ist kein Zufall. Hier steht, wie diese Systeme auswählen und was Sie beeinflussen können.
Wie KI-Suchen an ihre Informationen kommen
Wenn ChatGPT oder Perplexity eine Frage zu lokalen Betrieben beantworten, durchsuchen sie in der Regel live das Internet und fassen zusammen, was sie finden. Die KI-Übersicht von Google greift auf den Google-Suchindex zurück. Das heißt: Sie empfehlen nur, was sie im Netz finden, verstehen und für glaubwürdig halten.
Daraus ergeben sich drei Fragen, die über Ihre Sichtbarkeit entscheiden:
- Kann die KI Ihre Informationen überhaupt abrufen?
- Versteht sie eindeutig, was Sie anbieten und wo?
- Wird das, was Sie über sich sagen, von anderen Quellen bestätigt?
1. Abrufbar sein
Jede KI-Suche nutzt eigene Programme, die Webseiten abrufen, sogenannte Crawler. Für die Suche in ChatGPT ist das zum Beispiel der OAI-SearchBot, bei Perplexity der PerplexityBot. Manche Websites sperren diese Crawler in der Datei robots.txt, oft unbeabsichtigt durch eine Voreinstellung des Hosters oder eines Sicherheits-Plugins. Dann kann die KI Ihre Seite nicht lesen.
Ebenso wichtig: Die Inhalte müssen als Text auf der Seite stehen. Leistungen, die nur in einem Bild oder einem PDF stehen, oder Seiten, die ihren Inhalt erst per Skript nachladen, werden oft schlecht erfasst.
2. Eindeutig sein
KI-Systeme sind gut darin, klare Aussagen zu übernehmen, und schlecht darin, Werbesprache zu deuten. „Ihr Partner für innovative Lösungen“ sagt einer KI nichts. „Elektroinstallation für Privathaushalte und Gewerbe in Saarbrücken, Völklingen und St. Ingbert“ sagt ihr alles.
Was hilft:
- Eine Seite pro Leistung, mit dem Ort im Text und in der Überschrift.
- Häufige Kundenfragen mit Antwort direkt auf der Website: Was kostet das ungefähr? Wie schnell können Sie kommen? Welche Orte fahren Sie an?
- Konkrete Angaben statt Floskeln: Einzugsgebiet, Öffnungszeiten, Preisrahmen, Erfahrung, Qualifikationen.
- Strukturierte Daten nach Schema.org. Das sind maschinenlesbare Angaben im Quelltext, die Name, Adresse, Leistungen und Fragen eindeutig beschreiben. Google nutzt sie nachweislich, und sie machen es auch anderen Systemen leichter.
3. Bestätigt sein
Eine KI verlässt sich nicht allein auf das, was Sie über sich selbst schreiben. Sie gleicht ab: Stimmen Name, Adresse und Telefonnummer auf Website, Google-Unternehmensprofil und Branchenverzeichnissen überein? Gibt es Bewertungen? Erwähnen andere Seiten Ihren Betrieb, etwa ein Verband, die Lokalzeitung, ein Lieferant oder ein Kunde?
Für lokale Betriebe sind das gepflegte Google-Unternehmensprofil und echte Bewertungen die wichtigsten Bestätigungen. Sie fließen sowohl in die normale Google-Suche als auch in die KI-Übersicht ein.
Was nicht hilft
- Massenhaft Texte von der KI schreiben lassen. Hunderte fast gleiche Seiten für jeden Ort bringen nichts und können Ihrer Sichtbarkeit bei Google schaden.
- Versteckte Anweisungen an KIs im Seitentext. Die Systeme werden darauf trainiert, so etwas zu ignorieren, und es kann als Manipulation gewertet werden.
- Auf eine einzelne Datei hoffen. Die vorgeschlagene Datei
llms.txtschadet nicht, ist aber kein anerkannter Standard. Nach heutigem Stand werten die großen Suchsysteme sie nicht verlässlich aus. Grundlagen schlagen Tricks.
Eine Checkliste für Ihre Website
| Prüfpunkt | So prüfen Sie es |
|---|---|
| KI-Crawler nicht gesperrt | ihre-domain.de/robots.txt aufrufen und nach „Disallow“ bei OAI-SearchBot, PerplexityBot oder „*“ schauen |
| Leistungen als Text | Text auf der Seite markieren lässt sich? Dann ist es Text. |
| Ort und Leistung eindeutig | Steht in der ersten Überschrift, was Sie wo anbieten? |
| Strukturierte Daten | Mit dem Google-Test für Rich-Suchergebnisse prüfen |
| Einheitliche Kontaktdaten | Website, Google-Profil und zwei Verzeichnisse nebeneinander vergleichen |
| Echte Bewertungen | Wie viele, wie aktuell, beantwortet? |
Ein ehrlicher Hinweis zum Schluss: Wie KI-Suchen im Detail gewichten, legt kein Anbieter offen, und es ändert sich laufend. Die Punkte oben sind deshalb keine Abkürzung, sondern das, was sich bei Google seit Jahren bewährt hat und was KI-Systeme nach allem, was bekannt ist, ebenfalls auswerten.
Wenn Sie wissen möchten, wie Ihr Betrieb gerade dasteht, schaue ich mir das im Erstgespräch kostenlos an. Mehr dazu unter Sichtbarkeit bei Google und KI.